Forschungsstand Dissertation Meaning

Erfolgreiche Dissertation

Den Forschungsstand darstellen

Ein klassischer Bestandteil jeder Dissertation ist die Wiedergabe des Forschungsstandes. Manchen Promovierenden erscheint dieser Teil eher wie ein notwendiges Übel, doch es lohnt sich zu klären, welche Funktion der Forschungsstand in Ihrer Arbeit hat und wie Sie ihn sich zunutze machen können.

Wozu dient der Forschungsstand?

Jede Dissertation ist ein Forschungsbeitrag und soll als solcher eine auf irgendeine Art neue Erkenntnis ermöglichen. Sie können aber nicht einfach behaupten, Ihre Untersuchung fördere Neues zutage, Sie müssen dies auch belegen. Dazu müssen Sie den Unterschied sichtbar machen zwischen dem, was man zu Ihrem Thema bereits weiß, und dem Aspekt, zu dem man noch nichts oder nicht genügend Gesichertes weiß und zu dem Sie arbeiten.

Darüber, was man weiß, gibt der Forschungsstand Auskunft. Er ist kein Selbstzweck zum Füllen von Seiten, sondern er ist die Basis, von der aus Sie Ihre Untersuchung in Angriff nehmen. Das bedeutet, dass Sie sowohl deutlich machen müssen, dass Sie Ihre Arbeit in einem Forschungskontext einordnen, als auch, wie und wo genau Sie im Forschungsfeld anknüpfen.

Im Unterschied zu einem Fachartikel, bei dem die Wiedergabe des Forschungsstandes häufig schon aus Platzgründen ganz auf die Frage konzentriert ist: „Was wissen wir bisher zum Thema des Artikels?“, die dann summarisch beantwortet wird, dürfen und sollen Sie in einer Dissertation etwas weiter ausgreifen. Dabei können Sie sich Ihre Arbeit als Teil eines Fortsetzungsromans vorstellen. Der Forschungsstand ist dabei die Zusammenfassung dessen, „was bisher geschah“ – und somit die Voraussetzung für Ihre eigene wissenschaftliche und forschende Fortsetzung. In dieser Funktion als Basis und Voraussetzung Ihrer Arbeit ist die Wiedergabe des Forschungsstandes nicht nur ein möglicher, sondern ein zwingend erforderlicher und integraler Bestandteil Ihre Arbeit.

Wo gehe ich auf den Forschungsstand ein?

Der Forschungsstand bildet zum einen die Basis, auf der Sie Ihre eigene Untersuchung aufsetzen, zum anderen ist er Teil der Legitimation Ihrer Arbeit, indem Sie deutlich machen, in welchem Verhältnis Ihre Untersuchung zum Forschungsstand steht – oder anders gesagt, indem Sie Ihre Arbeit im fachlichen Diskurs verorten (s. hierzu „Die Arbeit im Diskurs verorten“).

Ihre Forschungsfrage, die sowohl fachlich relevant sein als auch einen Erkenntnisgewinn ermöglichen muss, leiten Sie auf der einen Seite aus einem von Ihnen identifizierten Bedarf (Relevanz) ab, auf der anderen Seite aber aus dem diesbezüglichen Wissenstand der bisherigen Forschung (Was wissen wir und was wissen wir bisher nicht?). Da Sie Ihr Thema, Ihre Forschungsfrage und das damit verbundene Untersuchungsziel in der Einleitung nennen, ist es sinnvoll, wenn Sie auch die Voraussetzung und den fachlichen Kontext Ihres Ansatzes – den Forschungsstand – in der Einleitung wiedergeben. Dies trifft nur dann nicht zu, wenn Sie eine Überblicksarbeit über die Forschung in Ihrem Feld schreiben, denn dann wäre die Forschungsgeschichte nicht eine Voraussetzung, sondern der Untersuchungsgegenstand Ihrer Arbeit.

Wie detailliert muss der Forschungsstand dargestellt werden?

In diesem Teil der Arbeit geht es nicht darum, dass Sie in einer Art „Schaulaufen“ glänzen und auflisten, was Sie im Einzelnen alles wissen und gelesen haben. Es geht vielmehr darum zu zeigen, dass Sie die wichtigsten Positionen, Entwicklungen, eventuell auch Kontroversen in Ihrem Themengebiet kennen und in ihrer Bedeutung und ihrem Verhältnis zueinander einschätzen und einordnen können. Sie müssen also nicht jede einzelne Arbeit und Studie besprechen, sondern Sie dürfen Positionen zusammenfassen und Hauptlinien aufzeigen. Wichtig ist, dass schließlich das Tableau des gegenwärtigen Wissensstandes sichtbar wird. Dieses Tableau muss dabei so gestaltet sein, dass Sie hierin nun die Lücke, den blinden Fleck oder die unscharfe Stelle aufzeigen können, auf die Sie in Ihrer Arbeit zoomen und die Sie untersuchen werden. So schaffen Sie wissenschaftliche Legitimation für Ihr Vorhaben.

Dieser Artikel wurde von Dr. Sven Arnold verfasst.

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Wer wissenschaftlich arbeitet, stützt sich niemals nur auf eigenes, sondern immer auch auf fremdes Wissen. Meist macht erst das publizierte Wissen anderer die eigene Forschungsleistung möglich. Und wer wissenschaftlich arbeitet, muss deutlich machen, an welchen Stellen er sich auf das Know-how anderer stützt. Dies geschieht in Form von Hinweisen auf die verwendete Literatur (Belege, Zitate).

Für eine wissenschaftliche Arbeit zieht man in der Regel eine größere Menge an Literatur heran, wobei nicht jede Publikation gleich wichtig ist. Und genau an dieser Stelle kommt nun die Forschungslage bzw. der Forschungsstand ins Spiel. Hier geben Sie einen Überblick über die wichtigste Literatur, auf die Sie sich in Ihrer Arbeit stützen (die Meilensteine der Forschung zu Ihrem Thema).

Mit dem Forschungsstand

  • helfen Sie Ihren Leserinnen und Lesern, einen Überblick über die Literatur zu gewinnen. Wer Ihren Forschungsstand liest, weiß, zu welchen Publikationen er greifen soll, wenn er sich selbst in das Thema einarbeiten möchte.
  • sorgen Sie für Transparenz. Sie machen gleich zu Beginn deutlich, auf welche Fremdleistungen Sie sich maßgeblich beziehen. 

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, einen Forschungsstand zu schreiben: Entweder ordnen Sie Ihren Literaturüberblick nach Themenkomplexen oder Sie geben einen rein chronologischen Überblick über die wichtigsten Publikationen. 

Auf keinen Fall sollten Sie den Forschungsstand zu voll packen. Es geht nicht darum, dem Leser zu zeigen, was Sie alles studiert haben (wie fleißig Sie waren), sondern um einen kompakten Überblick über die wichtigste Literatur.

Wichtig: Listen Sie die Literatur nicht nur auf, sondern erklären Sie, welchen Beitrag die jeweilige Publikation zum Erkenntnisgewinn geleistet hat. Also, zum Beispiel: Was hat der Autor als Erster erkannt oder hinterfragt? Es muss ja einen Grund geben, weshalb Sie die betreffende Publikation unter die Meilensteine reihen – und den sollten Sie dem Leser deutlich machen.

Beispiele:
XY hat 1950 erstmals dargelegt, dass ...

Die wichtigste Literatur zum Thema A ist nach wie vor der Aufsatz von XY, der aufzeigt, dass die Ergebnisse ...

Nach wie vor grundlegend ist die Monografie von XY. Sie arbeitet deutlich heraus ...
Im Unterschied zu X hat Y in seiner 2011 erschienenen Arbeit ... 

Ich werde immer wieder nach Beispielen für einen Forschungsstand gefragt. Am besten nehmen Sie einmal umfassendere wissenschaftliche Publikationen oder Uni-Arbeiten zur Hand und schauen, wie der Forschungsstand gelöst wurde (im positiven wie auch im negativen Sinn). Durch Abschauen bzw. kritisches Lesen kann man sehr viel lernen! Abschlussarbeiten der Universität Wien können Sie übrigens ganz leicht auf Othes abrufen.

Ich lade Ihnen zum Abschluss hier auch noch den Forschungsstand meiner Diplomarbeit hoch. Die Arbeit befasst sich mit dem barocken Stiftsbau von Klosterneuburg (und wurde letztendlich dann in zwei großen Aufsätzen publiziert). Bitte beachten Sie, dass der Text aus dem Jahr 1997 stammt und noch nach der alten Rechtschreibung verfasst ist. Ich stelle den Text unverändert ins Netz. 

Sie kommen mit Ihrer Uni-Arbeit gerade nicht so flott voran, wie Sie das geplant haben? Sie stellen sich Fragen wie zum Beispiel: Hat meine Arbeit einen roten Faden? Zitiere ich richtig? Plagiiere ich? Sie kämpfen mit Aufschieberitis und würden sich gerne mit Freude und Motivation an Ihre Abschlussarbeit machen?

Dann sind Sie hier richtig!

Ich bin seit über 20 Jahren in Forschung und Lehre tätig. Was für Sie neu ist, ist für mich Routine. Darauf dürfen Sie vertrauen. 

Klicken Sie auf den grünen Button und informieren Sie sich!

Abbildungsnachweis:
Shutterstock.com: Oben: Bildnummer: 63981457, Urheberrecht: l i g h t p o e t. Unten: Bildnummer: 197269331, Urheberrecht: Lucky Business

In größeren wissenschaftlichen Arbeiten sowie in Uni-Arbeiten (Hausarbeit, Bachelor- oder Seminararbeit, Masterarbeit, Dissertation) ist es üblich, im Anschluss an die Einleitung einen kurzen Überblick über den Forschungsstand bzw. die Forschungslage zu geben.

Vielen Studierenden fällt das Schreiben eines Forschungsstandes jedoch schwer. Aus diesem Grund möchte ich das Thema heute einmal aufgreifen und ein paar Tipps dazu geben.

Beachten Sie bitte, dass Sie nicht auf die Literaturbelege vergessen dürfen. Sobald Sie eine bestimmte Publikation ansprechen oder einen Autor nennen, müssen Sie den zugehörigen Beleg anführen!

Wenn Sie also etwa darauf hinweisen, dass sich Hans Sedlmayr 1956 in seiner Monografie über Johann Bernhard Fischer von Erlach umfassend mit der Karlskirche beschäftigt hat, dann müssen (!) Sie eine Fußnote setzen oder in einer Klammer einen Literaturbeleg geben. Da es sich um eine selbständige Publikation (Künstlermonografie) handelt, müssen Sie darüber hinaus auch die betreffenden Seiten zur Karlskirche anführen. 

Dipl.arbeit, Klosterneuburg, 1997.pdf

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